Kaligrafie
Etymologisch setzt sich das Wort Kalligrafie aus ?kalli? vom altgriechischen ?kallo? welches ?Schönheit? bedeutet und aus ?graphie? entsprechend dem altgriechischen ?graphia? für Schreiben zusammen und bezeichnet die Kunst des Schönschreibens. Dies geschieht hauptsächlich mit Pinsel oder Federkiel und Tinte.
Der Vorgang des Kalligrafierens wird häufig als meditative Arbeit betrachtet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Kalligraphie in der Kultur- und Kunstgeschichte dort von Bedeutung ist, wo sakrales Abschreiben von heiligen Texten praktiziert wurde.
Dabei wird oft einer perfekten ästhetischen Ausgewogenheit und dem Sichtbarmachen verschiedenen Emotionen mehr Gewicht zugesprochen als der Lesbarkeit.
Heute wird unterschieden in westliche, arabische, hebräische sowie japanische und chinesische Kalligrafie.
Die westliche Kalligrafie spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle bei der Übermittlung der Literatur. Allerdings wurde die Schrift verändert um Texte klar lesbar zu machen. Die Kalligrafie im Eigentlichen beschränkte sich eher auf Überschriften.
Eine Jahrhunderte Lange Tradition weisen arabische Kalligrafien auf. Wegen des Bilderverbots in islamischen Schriftstücken wurden kursive Buchstaben wie Linien verwandt, wodurch Kalligramme (Bilder aus Buchstaben) entstanden.
Eine Sonderform der arabischen Kalligrafie sind die ägyptischen Hieroglyphen.
Die Schreiber biblischer hebräischer Texte, die sogenannten Sofers, bedienten sich der hebräischen Kalligrafie. Präzise kopierten sie die Vorlagen auf ein handgefertigtes Pergament. Die Buchstaben wiesen dabei oft besondere Verzierungen auf.
Während genannte Kalligrafien heute fast nur noch in alten Büchern und Kunstwerken zu finden sind, haben die japanische und chinesische Kalligrafie heute noch eine hohen Stelle im Kunst- und Gesellschaftsleben. Gebräuchliche Schreibutensilien sind ein Pinsel und der Tuschestein. Die asiatischen Schriftzeichen entstehen meist in einem impulsiven Schreibakt und sind daher zwar schwer leserlich, aber besonderes ausdruckstark. Oft stehen Text und dessen Lesbarkeit im Hintergrund. Die Schriften gelten dann nicht als Text sondern als Bild.
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